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Handwerk unternehmen

Der ZDH-Beirat Unternehmensführung im Handwerk legt mit seinem neuen Impulspapier "Handwerk unternehmen!" eine Potenzialanalyse zur dringend erforderlichen Erschließung von Studierenden und Hochschulabsolventen vor.
    Ein junger Mann und eine junge Frau an einem Arbeitstisch auf dme Holzmaterialien betrachet werden.

    Das Handwerk in Deutschland unterliegt einem starken Veränderungs- und Anpassungsdruck. Vor allem im Kontext der demografischen Entwicklung steht das Handwerk vor zahlreichen Herausforderungen: Die Zahl der aus dem Handwerk ausscheidenden Beschäftigten steigt insbesondere mit den „Babyboomer“-Jahrgängen stark an, das Potenzial an Fachkräften geht infolge der sinkenden Schülerabgangszahlen und der zunehmenden Akademisierung spürbar zurück.

    Auch die Zahl derjenigen, die in Handwerksbetrieben nachfolgen oder diese übernehmen können, wird damit geringer. Zur Sicherung des nach wie vor hohen und steigenden Fachkräftebedarfs gilt es, neue Zielgruppen für das Handwerk zu erschließen.

    Neue Wege ins Handwerk

    Die Zahl der erfolgreichen Studienabschlüsse an Hochschulen ist von 214.473 im Jahr 2000 auf 476.913 im Jahr 2020 gestiegen. Immer neue Rekorde bei den Studierenden- und Absolventenzahlen werfen die Frage auf, ob die Arbeitsmärkte diese Menge an Akademikerinnen und Akademikern auch aufnehmen können.

    Insbesondere im Bereich von Betriebsnachfolge und Betriebsübernahme rückt die Zielgruppe der Hochschulabsolventinnen und -absolventen ins Blickfeld. Denn auch der Anteil an Betriebsinhaberinnen und -inhabern, die in wenigen Jahren das Ruhestandsalter erreichen werden, nimmt zu. Damit wächst die Bedeutung von erfolgreichen Betriebsübergaben für die Zukunftsfähigkeit des Handwerks.

    Eine ZDH-Umfrage zum Thema „Betriebsnachfolge im Handwerk“, die im Jahr 2020 gemeinsam mit 47 Handwerkskammern durchgeführt wurde sowie eine daran angegliederte Studie des ifh Göttingen liefern konkrete Zahlen: „Demnach stehen in den kommenden fünf Jahren im Handwerk etwa 125.000 Betriebe bzw. rund 78.000 Unternehmen zur Übergabe an. […] Gleichzeitig besteht auf der Nachfrageseite des handwerklichen Übergabegeschehens eine potenzielle Lücke, da es (zumindest noch) an einer ausreichenden Zahl an Übernahmegründungen mangelt.“ Eine zentrale, aus dieser Analyse folgernde Handlungsempfehlung ist es, die Nachfragelücke im handwerklichen Übergabegeschehen durch eine bessere Ansprache potenziell gründungsinteressierter Personen zu schließen.

    Die seit einigen Jahren dynamisch wachsende Start-up-Szene zeigt, dass „Gründung“ und „Unternehmertum“ in jüngeren Zielgruppen attraktive und relevante Themen sind. Die wachsende Zahl an Gründungswilligen rekrutiert sich dabei vor allem aus dem Kreis der Hochschulabsolventinnen und -absolventen. Der Deutsche Startup Monitor berichtet 2021, dass deutschlandweit etwa acht von zehn Gründerinnen und Gründern einen akademischen Abschluss erworben haben.

    Zielgruppe Studierende und Hochschulabsolventen

    Im Ringen um die Fachkräftesicherung im Handwerk sind eine effiziente Erschließung der Zielgruppe der Studierenden und Hochschulabsolventinnen und -absolventen insgesamt sowie insbesondere ein Matching mit den Gründungswilligen unter dieser Zielgruppe eine wichtige Zukunftsstrategie. Für die Handwerksorganisationen ergeben sich in Hinblick auf die Zielsetzung folgende Fragen:

    • Woran orientieren sich die Lebensvorstellungen dieser Zielgruppe?
    • Was erwartet sie vom Berufsleben?
    • Welche Ideen bringt sie für die Handwerkswirtschaft mit?
    • Welche Anknüpfungspunkte lassen sich gewinnen, um Handwerk für diese Zielgruppe attraktiv zu machen?
    • Wie können Handwerksorganisationen Zugang zur Gruppe der Studierenden und Hochschulabsolventinnen und -absolventen erhalten und Kooperationen anbahnen?
    • Wie kann die Handwerkswirtschaft insbesondere die Gründungswilligen unter den Hochschulabsolventinnen und -absolventen ansprechen und für Betriebsübernahmen begeistern?

    Der ZDH-Beirat für Unternehmensführung hat sich im Austausch mit verschiedenen Expertinnen und Experten sowie Studierenden mit diesem Thema beschäftigt. Das vorliegende Papier gibt auf der Grundlage dieser Potenzialanalyse Antworten auf die gestellten Fragen und liefert Impulse für eine dringend erforderliche Orientierung zur Erschließung dieser Zielgruppen für die Handwerkswirtschaft.

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    • Handwerk unternehmen! Studierende und Hochschulabsolventen als Zielgruppe erschließen
      Impulse und Praxistipps für die Handwerksorganisation
      ZDH-Beirat Unternehmensführung im Handwerk